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      Walmart – Schwaches US-Wachstum verschreckt Anleger

      Der größte US-Einzelhändler gehörte in den vergangenen Jahren zu den Gewinnern der erhöhten Inflation. Weil die Kaufkraft vieler Haushalte sank, kauften zunehmend auch Amerikaner mit höheren Einkommen bei Walmart ein. Gleichzeitig gewann der Konzern mit konsequenten Preissenkungen Marktanteile. Die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung waren deshalb hoch – und umso größer fiel die Enttäuschung über die jüngsten Quartalszahlen aus. Die Mitte Mai begonnene Kurskorrektur setzte sich im Anschluss an die Bekanntgabe fort. 

      Frankfurt/Main, den 23.08.2026: Nach deren Veröffentlichung am 20. August brach die Walmart-Aktie (ISIN: US9311421039) um mehr als 9 % ein. Es war der stärkste Tagesverlust seit 2022, zugleich fiel das Papier auf ein Neun-Monats-Tief. Den Anlegern missfiel vor allem die Entwicklung der wichtigsten Konzerntochter Walmart US. Selbst die angehobene Jahresprognose von Vorstandschef John R. Furner konnte die Stimmung nicht drehen.

      Auf den ersten Blick konnten sich die Zahlen durchaus sehen lassen. Im Ende Juli abgeschlossenen zweiten Quartal 2026/27 steigerte Walmart den Umsatz um 5,9 % auf 187,9 Mrd. US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 186,87 Mrd. US-Dollar leicht. Währungsbereinigt belief sich das Wachstum auf 5,1 %.

      Der entscheidende Schwachpunkt verbarg sich jedoch im US-Geschäft. Dort legten die flächenbereinigten Erlöse ohne Spritverkäufe lediglich um 2,6 % zu. Das war weniger als selbst die pessimistischste Analystenschätzung; im Konsens hatten Experten mit einem Plus von 3,7 % gerechnet.

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      Verantwortlich dafür war vor allem das Apothekengeschäft. Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump hatten zu deutlich niedrigeren Medikamentenpreisen geführt und damit die Erlöse in diesem Bereich belastet. Nach Angaben des Managements kostete dieser Effekt Walmart US rund 125 Basispunkte beziehungsweise 1,25 Prozentpunkte Wachstum.

      Ganz ausräumen konnte diese Erklärung die Sorgen der Investoren nicht. Schließlich waren die 2,6 % der niedrigste Wert seit mehr als sechs Jahren. An der Börse wächst deshalb die Befürchtung, dass nicht nur das Apothekengeschäft bremst, sondern Walmart US zunehmend auch die Abkühlung der amerikanischen Konjunktur zu spüren bekommt. Finanzchef John David Rainey bezeichnete das Problem auf der Analystenkonferenz zwar als vorübergehend, zugleich stellte er jedoch klar, dass die Belastung bis in das kommende Fiskaljahr hinein anhalten dürfte.

      Dass Walmart keineswegs auf breiter Front schwächelt, zeigen die übrigen Geschäftsbereiche. Sowohl das internationale Geschäft als auch die Großhandelstochter Sam’s Club US entwickelten sich erfreulich und fingen damit einen Teil der Schwäche im amerikanischen Kerngeschäft auf. Auch die Ergebnisentwicklung auf Konzernebene fiel kräftig aus.

      Währungsbereinigt stieg der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 17,4 % auf 9,25 Mrd. US-Dollar. Dadurch verbesserte sich die Marge von 4,5 auf 5,0 %. Dieses Wachstum beruhte allerdings nicht allein auf dem operativen Geschäft.

      Walmart profitierte zusätzlich von der Rückerstattung von US-Strafzöllen, die das EBIT-Wachstum um 750 Basispunkte erhöhte. Ohne diesen Sondereffekt hätte das Plus bei rund 10 % gelegen – noch immer ein ansehnlicher Wert, aber deutlich weniger als die ausgewiesenen 17,4 %. Unter dem Strich legte der bereinigte Gewinn je Aktie um 19,1 % auf 0,81 US-Dollar zu. Solide präsentierte sich zudem der Cashflow. Aus dem operativen Geschäft flossen nach unseren Berechnungen 15,0 Mrd. US-Dollar zu. Nach Investitionen von 7,5 Mrd. US-Dollar verblieb damit ein freier Cashflow von ebenfalls 7,5 Mrd. US-Dollar.

      Prognose angehoben

      Trotz der enttäuschenden Entwicklung bei Walmart US zeigte sich Furner mit dem Quartal insgesamt zufrieden. Für das dritte Quartal 2026/27 rechnet er auf Konzernebene mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 3,0 bis 3,75 %. Im Vorjahreszeitraum hatte Walmart Erlöse von 177,8 Mrd. US-Dollar erzielt. Das bereinigte EBIT soll währungsbereinigt um 2,0 bis 4,0 % gegenüber dem damaligen Wert von 7,3 Mrd. US-Dollar steigen.

      Beim Gewinn fällt der Ausblick hingegen verhaltener aus. Walmart erwartet bereinigt 0,62 bis 0,64 US-Dollar je Aktie und bleibt damit unter der Analystenschätzung von 0,68 US-Dollar. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern 0,62 US-Dollar erwirtschaftet.

      Mehr Zuversicht strahlte das Management mit Blick auf das Gesamtjahr aus. Der währungsbereinigte Umsatz soll nun um 4,0 bis 5,0 % wachsen, nachdem bislang lediglich 3,5 bis 4,5 % angepeilt worden waren. Zugleich hob Walmart die Prognose für das bereinigte EBIT an: Statt eines Plus von 6,0 bis 8,0 % erwartet der Konzern jetzt einen Zuwachs von 7,0 bis 8,5 %.

      Auch die Spanne für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde von 2,75 bis 2,85 US-Dollar auf 2,80 bis 2,87 US-Dollar erhöht. Ganz überzeugen konnte Walmart die Anleger damit allerdings nicht, denn Analysten hatten im Schnitt 2,90 US-Dollar erwartet. Hinzu kommt, dass der Konzern mehr investieren will. Die Investitionen sollen nun etwa 4 % des Umsatzes erreichen, nach bisher geplanten 3,5 %.

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      Gegenwind droht zudem von den spritbezogenen Kosten, die nach Angaben des Managements rund 2 Mrd. US-Dollar höher ausfallen dürften als ursprünglich angenommen. Steigende Preise belasten jedoch nicht nur Walmart selbst, sondern auch dessen Kunden. Der Konzern will deshalb an seiner Niedrigpreisstrategie festhalten. Günstigere Angebote sollen die Kundenfrequenz erhöhen und weitere Marktanteile sichern – auch wenn dies kurzfristig Druck auf die Profitabilität ausüben könnte.

      So sehen die Schätzungen aus

      Analysten gehen davon aus, dass Walmart seinen Wachstumskurs grundsätzlich fortsetzen wird, wenn auch mit nachlassendem Tempo. Für das im Januar endende Fiskaljahr 2026/27 erwarten sie einen nominalen, also nicht währungsbereinigten Umsatzanstieg um 6,5 % auf 752,40 Mrd. US-Dollar. Im folgenden Geschäftsjahr dürfte sich das Plus auf 4,5 % abschwächen, womit die Erlöse 786,26 Mrd. US-Dollar erreichen würden.

      Beim Ergebnis rechnen die Experten dagegen mit einer zunehmenden Dynamik. Das bereinigte EBIT soll 2026/27 nominal um 8,1 % auf 33,60 Mrd. US-Dollar steigen und ein Jahr später um weitere 10,4 % auf 37,10 Mrd. US-Dollar zulegen. Weil der Gewinn damit stärker wachsen dürfte als der Umsatz, würde sich auch die Marge verbessern – zunächst nur geringfügig von 4,4 auf 4,5 %, im Geschäftsjahr 2027/28 dann auf 4,7 %.

      Wie geht es mit der Aktie weiter?

      Trotz des jüngsten Kursrutsches ist Walmart an der Börse weiterhin stattlich bewertet. Nach dem Rückgang auf ein Neun-Monats-Tief bringt der Konzern noch immer 826,4 Mrd. US-Dollar auf die Waage. Rechnet man die Nettoschulden von 45,7 Mrd. US-Dollar hinzu, ergibt sich ein Enterprise Value von 872,1 Mrd. US-Dollar.

      Damit wird Walmart mit dem 23,5-Fachen des für 2027/28 erwarteten EBIT gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des erwarteten bereinigten Gewinns von 2,87 USD (Mittelwert des Analystenkonsens) ist selbst nach dem jüngsten Kursrutsch mit 36 immer noch ausgesprochen hoch. Diese Bewertungskennzahlen zeigen, wie viel Optimismus nach wie vor im Aktienkurs steckt.

      Offenbar hatten viele Investoren die starke Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre weit in die Zukunft fortgeschrieben und genau darin liegt nun das Problem: Während sich das Umsatzwachstum 2027/28 spürbar abschwächen dürfte, soll sich die Marge lediglich schrittweise verbessern. Die Erwartungen sind also hoch, die Toleranz für weitere Enttäuschungen ist bei Anlegern dagegen gering.

      Kurzfristig könnte die Walmart-Aktie deshalb unter Druck bleiben. Zunächst müssen sich die Anleger darauf einstellen, dass das Wachstum bei Walmart US deutlich niedriger ausfällt als gewohnt. Sollten darüber hinaus die Spritpreise in den USA weiter steigen oder die Zinsen erneut anziehen, würde das die Verbraucher zusätzlich belasten. Vor allem Kredite, etwa zur Finanzierung eines Autos, würden dann noch teurer.

      Damit die Aktie wieder nachhaltig nach oben drehen kann, reicht eine lediglich solide Geschäftsentwicklung daher womöglich nicht aus. Vielmehr müsste Walmart zeigen, dass die Schwäche im US-Geschäft tatsächlich vorübergehend ist. Hilfreich wäre zudem eine Entspannung bei den Spritpreisen und Zinsen. Erst dann dürfte es den Investoren leichter fallen, die nach wie vor anspruchsvolle Bewertung wieder zu rechtfertigen.

      Investmentidee(n) auf Walmart

      Vor diesem Hintergrund bietet sich ein Discount-Zertifikat mit ausreichend Sicherheitspuffer auf Walmart an. Das leicht defensive Papier mit der ISIN DE000MM081F0 hat einen Cap bei 97,50 US-Dollar, der Discount des Zertifikats zum aktuellen Aktienkurs macht 14,4 % aus.

      Notiert die Aktie am Bewertungstag am 17. Juni 2027 auf oder über dem Cap, erhalten Anleger den Höchstauszahlungsbetrag. Dies entspricht einer Rendite von 9,8 % (11,9 % p. a.) Liegt der Kurs des Basiswerts unterhalb des Caps, erfolgt die Rückzahlung entsprechend der Kursentwicklung des Basiswerts. Der Break-even liegt aktuell bei rund 88,81 US-Dollar. Verluste entstehen, wenn der Basiswert bei Fälligkeit unter dieses Niveau fällt.

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