Nach dem Boom während der Corona-Krise hat der US-amerikanische Hersteller von Snacks und Getränken in den Folgejahren eine deutliche Abschwächung der Geschäftsdynamik zu spüren bekommen. Zwar hat das Management darauf mit erheblichen Preissenkungen bei etlichen Marken reagiert, was zwischenzeitlich beim Aktienkurs für eine deutliche Erholung gesorgt hat, doch nun sorgt der Iran-Krieg erneut für Gegenwind. Steigende Kosten für Treibstoff und die damit einhergehende Inflation sorgen für Zurückhaltung bei Verbrauchern.
Frankfurt/Main, den 11.07.2026: Nach einer mehrjährigen Talfahrt war die Aktie von PepsiCo (ISIN: US7134481081) Mitte 2025 in eine Erholungsphase übergegangen, in deren Verlauf Anfang Februar ein Ausbruchsversuch aus dem mehrjährigen Abwärtstrend folgte. Nach einer kurzen Rally folgte jedoch schnell wieder der Rückwärtsgang. Für erneuten Verkaufsdruck sorgte nun die Vorlage der Halbjahreszahlen am 9. Juli. Während das zunehmend wichtiger werdende Auslandsgeschäft florierte, schwächelte jenes auf dem Heimatmarkt Nordamerika weiterhin.
Dort sank der Umsatz des Snack-Geschäfts um 2 % auf 6,4 Mrd. USD, während gleichzeitig das Absatzvolumen stagnierte – obwohl der Konzern bei etlichen Marken die Preise um bis zu 15 % gesenkt hatte. Im per 13. Juni beendeten zweiten Quartal des Fiskaljahres 2025/26 stieg der Umsatz inshgesamt um 6,4 % auf 24,18 Mrd. USD und lag damit leicht über den Schätzungen der Analysten von 23,95 Mrd. USD. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte waren es 2,4 %. Auf der Analystenkonferenz räumte Vorstandschef Ramon Laguarta ein, dass sich das Geschäft in Nordamerika schwächer entwickelt habe als erwartet, Grund dafür seien die deutlich gestiegenen Spritpreise. Daraufhin hätten sich Kunden in Tankstellenshops, oder Kiosken mit Käufen zurückgehalten.
Zudem entfielen Erlöse von 7,2 Mrd. USD auf das Getränkegeschäft in Nordamerika, dessen Absatz um 4 % zurückgegangen ist. Damit stammte aus dem Nordamerikageschäft ein Umsatz von insgesamt von 13,6 Mrd. USD, was einem Anteil von 56,3 % der Konzernerlöse entspricht und damit weiterhin von großer Bedeutung für PepsiCo ist. Dabei legte der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Konzernebene um 4 % auf 4,1 Mrd. USD zu, die Marge gab jedoch nach von 17,2 auf 16,8 %.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 4 % auf 2,20 USD, währungsbereinigt waren es noch 1 %. Die Entwicklung des Cashflows sah wie folgt aus: Jener aus dem operativen Geschäft stieg deutlich auf 2,4 Mrd. USD, abzüglich der Investitionen von 1,3 Mrd. USD stand ein freier Cashflow von 1,1 Mrd. USD zu Buche.
Prognose bestätigt
Bei der Zahlenvorlage bestätigte Vorstandschef Laguarta die Prognose für das Gesamtjahr, wenngleich er einräumte, dass die Geschäftsbelebung in Nordamerika in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres langsamer vorankommen werde als erwartet. Demnach soll im Fiskaljahr 2025/26 der Konzernumsatz um 4 bis 6 % steigen und das organische Wachstum soll bei 2 bis 4 % liegen. Für die Einnahmen aus dem Auslandsgeschäft wird mit einem Anstieg auf mehr als 40 Mrd. USD gerechnet.
Zudem soll der bereinigte Gewinn je Aktie um 5 bis 7 % zulegen, währungsbereinigt sollen es immerhin noch 4 bis 6 % sein. Allerdings sagte Laguarta, dass der bereinigte Gewinn je Aktie am unteren Ende der Prognose herauskommen dürfte. Dennoch wolle das Unternehmen Anteilseignern weiterhin 8,9 Mrd. USD zukommen lassen, davon 7,9 Mrd. USD in Form von Dividenden, sowie 1,0 Mrd. USD über Aktienrückkäufe.
So sehen die Schätzungen aus
Nach der Zahlenvorlage haben Analysten ihre Umsatzschätzungen für 2025/26 und 2026/27 bestätigt, allerdings die jeweiligen Gewinnschätzungen etwas gesenkt. Demnach prognostizieren die Finanzprofis für das Mitte Dezember endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg von 5,4 % auf 98,95 Mrd. USD, 2026/27 soll es um 3,0 % auf 101,96 Mrd. USD nach oben gehen. Damit würde sich das Wachstum beinahe halbieren.
Das bereinigte Ebit soll 2025/26 um 7,6 % auf 16,04 Mrd. USD zulegen, gefolgt von einem Plus von 4,3 % auf 16,73 Mrd. USD für 2026/27. Damit würde sich die Marge jeweils leicht verbessern, zuerst von 16,1 auf 1,3 % für 2025/26, um 2026/27 16,6 % zu erreichen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Der Börsenwert ist zuletzt auf 188,2 Mrd. USD zurückgegangen. Inklusive der Nettoschulden von 42,5 Mrd. USD liegt der Enterprise Value (EV) bei 230,7 Mrd. USD. Das entspricht dem 13,8-Fachen des von Analysten für 2026/27 vorhergesagten Ebit. Wir finden, das ist eine völlig ausreichende Bewertung für ein Unternehmen, dessen Umsatzwachstum sich 2026/27 deutlich abschwächen soll, während die Marge in beiden Fiskaljahren jeweils nur leicht verbessert werden soll.
Das KGV auf Basis der konzerneigenen Gewinnschätzung für das core EPS (non-GAAP) für das laufende Geschäftsjahr zeichnet hingegen ein anderes Bild. Dieses beträgt aktuell rund 16 und damit liegt es im historischen Vergleich der letzten Jahre ganz klar am unteren Ende der Bandbreite der letzten Jahre, was für eine Unterbewertung spricht. Allerdings kann ein weiterer Rückgang des Bewertungsniveaus aufgrund der aktuellen Situation nicht ausgeschlossen werden.
Unserer Meinung nach dürfte die Entwicklung der PepsiCo-Aktie derzeit stark von der Entwicklung der Spritpreise in den USA abhängen. Die aktuelle Beruhigung bei den Ölpreisen könnte die Aktie von PepsiCo stützen, auch wenn der Abwärtstrend noch nicht gebrochen wurde. Für eine Stabilisierung spricht die laufende Akkumulation der Aktie durch institutionelle Anleger, erkennbar am ansteigenden Handelsvolumen der letzten Monate.
Investmentidee(n) auf PepsiCo
In einem solchen Umfeld könnte die Aktie von PepsiCo sich auf dem aktuellen Niveau rund um die Marke von 137 USD stabilisieren. Von diesem Szenario können Anleger mit einem defensiven Discountzertifikat mit einem Cap bei 130 USD profitieren. Das Papier mit der ISIN DE000VY5A1U1 hat einen solchen Cap, der knapp 6 % unter dem aktuellen Kurs liegt.
Notiert die Aktie am Bewertungstag am 19. März 2027 auf oder über dem Cap, erhalten Anleger den Höchstauszahlungsbetrag. Dies entspricht einer Rendite von 7,7 % (11,1 % p. a.) Liegt der Kurs des Basiswerts unterhalb des Caps, erfolgt die Rückzahlung entsprechend der Kursentwicklung des Basiswerts. Der Break-even liegt aktuell bei rund 120,71 USD. Verluste entstehen, wenn der Basiswert bei Fälligkeit unter dieses Niveau fällt.




