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      Walmart – Hohe Spritpreise verderben Amerikanern die Shoppinglaune

      Walmart profitiert bislang davon, dass auch wohlhabendere Kunden aufgrund der Inflation verstärkt auf Discounter setzen. Trotz robuster Quartalszahlen dämpfen jedoch steigende Spritpreise die Konsumstimmung, da sie das verfügbare Einkommen belasten. Analysten beobachten daher kritisch, ob das Unternehmen den Kostendruck durch effiziente Logistik abfedern kann. Der Ausblick bleibt vorsichtig optimistisch, da der Preisvorteil gegenüber Konkurrenten ein starkes Kaufargument bleibt. Die Aktie gab nach den Zahlen zunächst nach.

      Frankfurt/Main, den 25.05.2026: Nach der vorherigen Rekordjagd hat die Walmarkt-Aktie mit einem Kurseinbruch um mehr als 7 % auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am 21. Mai reagiert, das war der größte Kursrutsch seit November 2023. Einerseits sind die Ergebnisse gemischt ausgefallen, andererseits hat der Ausblick von Vorstandschef John Furner Investoren enttäuscht.

      Im per April beendeten ersten Quartal des Fiskaljahres 2026/27 ist der Umsatz von Walmart um 7,3 % auf 177,75 Mrd. USD gestiegen, das lag leicht über den Schätzungen der Analysten von 175,06 Mrd. USD. Währungsbereinigt stand ein Plus von 5,9 % zu Buche. Der Erlös bei der wichtigen Tochter Walmart US kletterte um 4,5 % auf 117,2 Mrd. USD. Dabei legte der um die Eröffnung neuer Läden und Spritverkäufe bereinigte Umsatz um 4,1 % zu, womit die Erwartungen von 4,0 % quasi genau getroffen worden sind. Allerdings war das das niedrigste Wachstum seit dem ersten Quartal 2023/24, obwohl die Zahl der Einkäufe um 3,0 % zulegte, während die Kunden pro Einkauf um durchschnittlich 1,1 % mehr ausgaben.

      Auf der Analystenkonferenz räumten Furner und Finanzchef John David Rainey ein, dass es bei der US-Wirtschaft ein K-förmige Entwicklung gäbe, dass also die oberen Einkommen unbeeindruckt von dem kräftigen Inflationsanstieg weiter deutlich konsumieren, während die Verbraucher mit niedrigen Einkommen auf die Bremse treten. Interessant in diesem Zusammenhang: Kunden haben beim Tanken – Walmart betreibt eigene Tankstellen – im Schnitt weniger als 10 Gallonen (37,9 Liter) pro Tankvorgang getankt, das war der niedrigste Wert seit 2022.

      Das deutet laut Rainey auf finanziellen Stress hin. Dabei hätten die höheren Steuererstattungen zwischenzeitlich den Effekt der kräftig gestiegenen Spritpreise etwas gedämpft. Allerdings läuft dieser Effekt aus. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist auf Konzernebene um 5,0 % auf 7,5 Mrd. USD geklettert, allerdings gab die Marge damit einhergehend minimal nach von 4,3 % auf 4,2 %. Währungsbereinigt war es ein Zuwachs von 5,1 %.

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      Belastet wurde die Profitabilität durch die kräftig gestiegenen Kosten beim Spriteinkauf, die Walmart allerdings nicht an die Kunden weitergegeben, sondern nach eigenen Angaben praktisch vollständig selbst aufgefangen hat, was das Ergebnis mit 175 Mio. USD belastet hat. Dabei hatten die Folgen des Iran-Kriegs lediglich 2 Monate lang durchgeschlagen. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 8,2 % auf 0,66 USD und traf damit die Erwartungen genau. Das war erst das dritte Mal innerhalb der vergangenen 16 Quartale, in denen Walmart die Gewinnerwartungen nicht übertroffen hat.

      Beim Cashflow sah die Lage im abgelaufenen Quartal wie folgt aus: Jener aus dem operativen Geschäft ist deutlich gesunken auf 4,7 Mrd. USD. Weil gleichzeitig die Investitionen kräftig gestiegen sind auf 6,7 Mrd. USD, stand ein negativer freier Cashflow von 2,0 Mrd. USD zu Buche, also ein Cash-Abfluss, im Vergleich zu einem freien Cashflow von 425 Mio. USD im Vorjahreszeitraum, also einem Zufluss. Das Management betonte, weiterhin kräftig in Technologie und Logistik zu investieren, um die Lieferzeiten weiter deutlich zu senken. Schnelle Zustellung gilt heute als entscheidendes Kriterium für die Kundenzufriedenheit und Kundenbindung.

      Ausblick enttäuscht Investoren

      Wenig begeistert waren Investoren allerdings vom Ausblick, zumal das Management angekündigt hat, auf eine anhaltend hohe Inflation seinerseits mit Preiserhöhungen im zweiten Quartal und im zweiten Halbjahr reagieren zu müssen. Demnach soll der Umsatz im zweiten Quartal 2026/27 währungsbereinigt um 4,0 bis 5,0 % steigen. Zudem soll das bereinigte Ebit währungsbereinigt um 7,0 bis 10,0 % zulegen. Schlussendlich strebt der Konzern dabei einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,72 bis 0,74 USD an, das lag allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten von 0,75 USD.

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      Die Prognose für das Gesamtjahr wurde vom Management bestätigt. Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt um 3,5 bis 4,5 % steigen. Für das bereinigte Ebit wird ein währungsbereinigtes Wachstum von 6,0 bis 8,0 % angestrebt. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 2,75 bis 2,85 USD klettern, das lag deutlich unter den Erwartungen von 2,92 USD. Investoren hatten sich mehr erhofft, was schlussendlich für Enttäuschung gesorgt hat.

      So sehen die Schätzungen aus

      Analysten prognostizieren für das im Januar endende Fiskaljahr 2026/27 einen Umsatzanstieg (nominell, also nicht währungsbereinigt) von 6,1 % auf 749,5 Mrd. USD. 2027/28 soll es um 4,8 % auf 785 Mrd. USD nach oben gehen. Dabei soll das bereinigte Ebit 2026/27 um 9,0 % auf 33,9 Mrd. USD klettern, gefolgt von einem Plus von 10,6 % auf 37,5 Mrd. USD für 2027/28. Damit würde die Marge zuerst minimal steigen von 4,4 auf 4,5 % für 2026/27, gefolgt von 4,8 % für 2027/28. Selbstverständlich sind die Schätzungen vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs mit deutlich erhöhter Unsicherheit behaftet. Niemand kann vorhersagen, wie sich die Spritpreise und die Inflation in den nächsten Quartalen und Jahren weiter entwickeln werden.

      Wie geht’s weiter mit der Aktie?

      Nach dem Kurseinbruch nach der Zahlenvorlage liegt der Börsenwert bei 967,2 Mrd. USD. Inklusive der Nettoschulden von 47,4 Mrd. USD liegt der Enterprise Value (EV) bei 1,02 Billionen USD. Das entspricht dem 27,1-Fachen des von Analysten für 2027/28 vorhergesagten Ebit. Das ist eine sehr hohe Bewertung und zeigt, welch massives Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Dabei lag das Umsatzwachstum in den vergangenen Jahren häufig bei lediglich 5 bis 7 %. Zum Vergleich: das Multiple für Nvidia liegt für den gleichen Zeitraum bei „nur” 16,1. Und das KGV für Walmart liegt bei stolzen 37,1.

      Unserer Meinung nach könnte es ein bisschen dauern, bis Investoren die enttäuschenden Nachrichten verdaut haben. Allerdings könnte das Papier anschließend – trotz der sehr hohen Bewertung – wieder auf Rekordfahrt gehen, denn Investoren könnten weiterhin darauf setzen, dass in einem Umfeld anhaltend erhöhter Inflation noch mehr einkommensstarke Verbraucher bei Walmart einkaufen als bislang ohnehin schon, was die Schwäche bei den einkommensschwachen Konsumenten wettmachen könnte.

      Investmentidee(n) auf Walmart

      Vor diesem Hintergrund bieten sich Investitionen mit Puffer an, die von einer allmählichen Erholung der Walmart-Aktie profitieren. Dazu zählen Discount-Zertifikate, etwa das Papier mit der ISIN DE000PK4LUY5. Das Zertifikat verfügt über einen Cap (Höchstauszahlungsbetrag) bei 130 USD, rund 8% über dem aktuellen Kurs von Walmart. Notiert die Aktie am Bewertungstag am 18. Dezember 2026 auf oder über dem Cap, erhalten Anleger den Höchstauszahlungsbetrag. Dies entspricht einer Rendite von 14,3% (25,2% p. a.) Liegt der Kurs des Basiswerts unterhalb des Caps, erfolgt die Rückzahlung entsprechend der Kursentwicklung des Basiswerts. Der Break-even liegt bei 113,64 USD. Verluste entstehen, wenn der Basiswert bei Fälligkeit unter dieses Niveau fällt.

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