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      TKMS – Auftragsrekord treibt Aktie auf neue Höchststände

      Nach dem Börsengang im Oktober 2025 hat die ThyssenKrupp-Tochter TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) ihre Profitabilität deutlich verbessert. Vorstandschef Oliver Burkhard sieht den Marineschiffbauer auf Kurs zu den Mittelfristzielen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das operative Geschäft erfreulich entwickelt. Burkhard hob deshalb die Prognose für das Fiskaljahr 2025/26 deutlich an. Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem Auftragseingang im laufenden vierten Quartal. Die Aktie eilt von Rekord zu Rekord.

      Frankfurt/Main, den 16.8.26: Mit einem kräftigen Kurssprung reagierte die TKMS-Aktie (ISIN: DE000TKMS001) am 12. August auf die Neun-Monats-Zahlen. Inzwischen hat das Papier weitere Höchststände erreicht. TKMS produziert konventionelle U-Boote sowie Überwasserschiffe wie Fregatten und Korvetten. Über die Tochter Atlas Elektronik ist der Konzern zudem im Geschäft mit Sonarsystemen, Torpedos und Schutztechnik aktiv.

      In den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2025/26 steigerte TKMS den Umsatz um 19 % auf 1,89 Mrd. Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich das U-Boot-Geschäft: Hier kletterten die Erlöse auf rund 1,0 Mrd. Euro. Dazu trug die Auslieferung von drei U-Booten bei.

      Der Auftragseingang ging zwar um 58 % auf 3,6 Mrd. Euro zurück. Das lag jedoch vor allem an zwei Großaufträgen, die im Vorjahreszeitraum verbucht wurden. Mit einer Book-to-Bill-Ratio – dem Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz – von 1,9 blieb die Nachfrage stark.

      Wesentliche Beiträge lieferten der Auftrag der norwegischen Regierung zum Bau von zwei weiteren U-Booten der Klasse 212CD sowie ein Rahmenvertrag der Bundeswehr über Schwergewichtstorpedos. Eine Book-to-Bill-Ratio von mehr als 1,0 gilt als Hinweis auf künftiges Wachstum, da mehr neue Aufträge hereinkommen, als Umsatz erwirtschaftet wird.

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      Der Auftragsbestand erhöhte sich um 10 % auf den Rekordwert von 20,1 Mrd. Euro. Die Nachfrage sei sehr stark, sagte Burkhard. Nun müsse TKMS die Bestellungen abarbeiten. „In den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2025/26 steigerte TKMS den Umsatz um 19 % auf 1,89 Mrd. Euro.”, beschrieb der Vorstandschef die Lage. Um die Nachfrage bedienen zu können, treibt der Konzern den Hochlauf der Werft in Wismar voran.

      Auftragseingang sorgt für Furore

      Auch nach dem Ende des Berichtszeitraums setzte sich die Auftragsdynamik fort. So wurde ein Vertrag über vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU unterzeichnet. Hinzu kommt eine Option auf vier weitere Schiffe. Mit ihnen sollen die Fähigkeiten der Deutschen Marine zur U-Boot-Jagd gestärkt werden. Der Vertrag wird im vierten Quartal verbucht und ist laut TKMS der größte Überwasserauftrag der Unternehmensgeschichte. Dadurch liegt der Auftragsbestand inzwischen bei mehr als 25 Mrd. Euro.

      Noch größer könnte das kanadische U-Boot-Programm ausfallen. TKMS wurde dort als bevorzugter Bieter für bis zu zwölf U-Boote ausgewählt. Das Unternehmen arbeitet nun mit den beteiligten Regierungen und Industriepartnern daran, die Verhandlungen abzuschließen. Bei einer Unterzeichnung wäre das Programm der größte Einzelauftrag in der Geschichte von TKMS.
      Daneben führt der Konzern mit Indien finale Verhandlungen über sechs U-Boote, verbunden mit einer Option auf drei weitere. Mit dem brasilianischen Verteidigungsministerium und lokalen Partnern unterzeichnete TKMS im April zudem eine Absichtserklärung über vier zusätzliche Fregatten der Tamandaré-Klasse.

      Auch in Deutschland winkt ein umfangreiches Projekt: Ein von TKMS mehrheitlich geführtes Gemeinschaftsunternehmen ist der einzige Bieter im Auswahlverfahren für die künftige Luftverteidigungsfregatte F127. Die Aussicht auf mehrere Großaufträge kam bei Anlegern entsprechend gut an.

      Operativ machte TKMS ebenfalls Fortschritte. Beflügelt vom U-Boot-Geschäft stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern, kurz EBIT, in den ersten neun Monaten um 13 % auf 110 Mio. Euro. Die EBIT-Marge gab allerdings von 6,1 auf 5,8 % nach. Verantwortlich waren höhere Verwaltungskosten im Zuge der Verselbstständigung sowie Einmaleffekte.

      Weniger erfreulich entwickelte sich der Cashflow. Aus dem operativen Geschäft flossen 121 Mio. Euro ab. Nach Investitionen von 83 Mio. Euro belief sich der negative freie Cashflow auf 204 Mio. Euro. Das Management bekräftigte dennoch, im Gesamtjahr einen positiven freien Cashflow erzielen zu wollen.

      Prognose deutlich angehoben

      Aufgrund der starken Geschäftsentwicklung haben Burkhard und Finanzvorstand Paul Glaser die Prognose für 2025/26 angehoben. Bereits im Februar hatte das Management seine Erwartungen nach oben geschraubt.

      Nun rechnet TKMS mit einem Umsatzwachstum von 10 bis 12 % gegenüber dem Vorjahreswert von 2,17 Mrd. Euro. Bislang hatte die Prognose lediglich einen Zuwachs von 2 bis 5 % vorgesehen.
      Auch beim Ergebnis wird der Konzern optimistischer. Das bereinigte EBIT soll 130 bis 160 Mio. Euro erreichen, nach 131 Mio. Euro im Vorjahr. Die EBIT-Marge dürfte damit auf bis zu 6,5 % steigen. Zuvor hatte TKMS einen Wert von mehr als 6,0 % in Aussicht gestellt. Im Fiskaljahr 2024/25 hatte die Marge genau 6,0 % betragen.

      Die Investitionen sollen sich auf rund 200 Mio. Euro erhöhen, nach 164 Mio. Euro im Vorjahr. Ein wesentlicher Teil dürfte in den Ausbau der Kapazitäten fließen, damit TKMS den hohen Auftragsbestand bewältigen kann.

      Die Mittelfristziele bestätigte das Management. Demnach soll der Umsatz im Durchschnitt um etwa 10 % pro Jahr wachsen. Gleichzeitig strebt TKMS eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 7 % an.
      Darüber hinaus soll zwischen 2025/26 und 2027/28 ein kumulierter freier Cashflow von mehr als 400 Mio. Euro erzielt werden.

      So sehen die Schätzungen aus

      Analysten prognostizieren für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatzanstieg von 6,8 % auf 2,32 Mrd. Euro. Damit liegen ihre Erwartungen unter der neuen Prognosespanne des Managements. Für 2026/27 rechnen sie mit einem Wachstum von 16,1 % auf 2,69 Mrd. Euro.

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      Das bereinigte EBIT soll laut Analysten 2025/26 um 14,5 % auf 149,8 Mio. Euro steigen. Für das darauffolgende Geschäftsjahr wird ein Zuwachs von 24,6 % auf 186,6 Mio. Euro erwartet. Die Marge würde sich damit zunächst von 6,0 auf 6,5 % verbessern und 2026/27 schließlich 6,9 % erreichen. Es bleibt abzuwarten, in welchem Umfang die Analysten ihre Umsatz- und Ergebnisschätzungen an die angehobene Prognose anpassen.

      Wie geht es mit der Aktie weiter?

      Nach dem Anstieg auf Rekordhochs bringt TKMS einen Börsenwert von 6,64 Mrd. Euro auf die Waage. Zieht man den Netto-Cash-Bestand von 834 Mio. Euro ab, ergibt sich ein Enterprise Value von rund 5,8 Mrd. Euro.

      Das entspricht dem 31-Fachen des für 2026/27 prognostizierten EBIT. Die hohe Bewertung zeigt, wie viel Wachstum bereits im Kurs eingepreist ist. Allerdings erwarten die Analysten für 2026/27 auch eine deutliche Beschleunigung des Umsatzwachstums und eine weitere Verbesserung der Marge. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt dennoch bei stattlichen 34.

      Fundamental ist die TKMS-Aktie damit alles andere als günstig. Kurzfristig könnte ihre Rekordfahrt trotzdem weitergehen. Viele Investoren dürften darauf setzen, dass der Marineschiffbauer bis zum Jahresende und in den folgenden Quartalen weitere Großaufträge an Land zieht. Vor allem Vertragsabschlüsse in Kanada und Indien könnten neue Impulse liefern.

      Die hohen Erwartungen bergen jedoch Risiken: Verzögerungen bei Vertragsabschlüssen, Probleme beim Ausbau der Kapazitäten oder ein schwächerer Cashflow könnten angesichts der ambitionierten Bewertung rasch für Enttäuschung sorgen. Solange der Auftragseingang stark bleibt und TKMS bei Umsatz und Profitabilität liefert, spricht das operative Momentum aber für eine Fortsetzung des positiven Trends.

      Investmentidee(n) auf TKMS

      Vor diesem Hintergrund sind leicht offensive Papiere eine Alternative zu einem Aktienkauf, etwa ein Call-Optionsschein. Das ausgewählte Papier mit der ISIN DE000PM3M270 verfügt über einen Basispreis von 95 Euro, also leicht unterhalb des aktuellen TKMS-Kurses. Das Aufgeld beträgt rund 3 % und der Hebel (Omega) liegt bei 5,7, so dass eine 1-prozentige Kursbewegung in der Aktie eine Kursveränderung im Optionsschein von 5,7 % hervorruft. Notiert der Basiswert am Bewertungstag am 18. September 2026 unter dem Basispreis, verfällt das Papier wertlos. Die Gewinnchance ist unbegrenzt, sollte es zu einem Kursanstieg kommen.

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