Obwohl das Geschäft von Tesla erheblich schwächelt, notiert die Aktie auf Rekordniveau. Beflügelt wurde der Aktienkurs zuletzt durch Elon Musks Ankündigung sein Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX 2026 an die Börse zu bringen. Laut einem Medienbericht soll das IPO im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen, wobei die Bewertung für die Firma bei rund 1,5 Billionen USD liegen soll. Mehr als 40 Mrd. USD will Musk durch das IPO bei Aktionären einsammeln, gemessen daran wäre das der mit weitem Abstand größte Börsengang aller Zeiten.
Frankfurt/Main, den 18.12.2025: Bereits am 8. Dezember 2025 hatten die Analysten von Morgan Stanley das Kursziel für Tesla (ISIN: US88160R1014) von 410 auf 425 USD angehoben und die Aktie von „Übergewichten” auf „Gleichgewichten” abgestuft, woraufhin sie allerdings nur kurz eingeknickt war. Anschließend hat sie den Höhenflug in Richtung des Rekordhochs vom 17. Dezember 2024 bei rund 480 USD fortgesetzt. Zwischenzeitlich wurde der Wert sogar kurzzeitig überschritten.
Gemischte Zahlen
Dabei schwächelt das Geschäft des Herstellers von E-Autos erheblich, schließlich leidet die Nachfrage in etlichen Ländern deutlich. Trotzdem war der Umsatz im dritten Quartal um 11,6 % auf den Rekord von 28,10 Mrd. USD gestiegen. Das lag weit über den Schätzungen der Analysten von 26,36 Mrd. USD.
Dabei sind die Erlöse der Autosparte – angetrieben von einem Absatzplus von 7,4 % – um 5,9 % auf 21,20 Mrd. USD geklettert. Für Rückenwind hatte vor allem das Auslaufen der Subventionen in den USA per Ende September gesorgt. Zudem boomte das Geschäft mit Solarenergie und Speichern.
Allerdings ist die Bruttomarge im Autobereich (bereinigt um CO2-Zertifikate) von 17,1 auf 15,4 % zurückgegangen, das lag deutlich unter den Erwartungen von 16,3 %. Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) war auf Konzernebene um 40,2 % auf 1,62 Mrd. USD gesunken, damit hat sich die Marge erheblich verschlechtert von 10,8 % auf nurmehr 5,8 %. Damit wurden die Erwartungen von 1,65 Mrd. USD leicht verfehlt.
Auf die Profitabilität schlugen dabei auch die US-Strafzölle durch, die sich auf insgesamt rund 400 Mio. USD belaufen haben, der Autobereich und die Solarsparte waren davon gleichermaßen betroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie brach um 30,6 % auf 0,50 USD ein, und lag damit deutlich unter den Erwartungen von 0,54 USD. Vor allem durch die deutliche Absatzsteigerung bei Fahrzeugen stieg der freie Cashflow auf Konzernebene auf den Rekord von 4,0 Mrd. USD.
Wenig inspirierende Analystenkonferenz
Zum geplanten Absatz bei E-Autos für das Jahr 2025 machte Musk auf der Analystenkonferenz zwar keinerlei Angaben, laut unseren Berechnungen lag dieser in den ersten drei Quartalen jedoch 5,9 % unter dem Vorjahresniveau. Auf Sicht des Gesamtjahres wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Plus mehr herauskommen, zumal die Subventionen in den USA ausgelaufen sind.
Dann weigerte sich der Chef der Investor Relations-Abteilung, Travis Axelrod, auf der Analystenkonferenz auch noch vorab gestellte Fragen von Analysten zur Produktpipeline vorzulesen. Das sei nicht der richtige „Ort” dafür, sagte Alexrod. Wenn eine Analystenkonferenz nicht der richtige Ort dafür ist, was ist es dann?
Viel sprach Musk hingegen vom autonomen Fahren, KI und Robotik. So soll beim Robo-Taxi Cybercab 2026 ebenso die Volumenproduktion starten, wie bei der Sattelzugmaschine Tesla Semi.
Zudem soll der Robo-Taxi-Service, der im Juni in Austin, im US-Bundessstaat Texas, gestartet war, bis zum Jahresende auf 8 bis 10 Metropolen ausgeweitet werden, vorausgesetzt Tesla bekommt hierfür die Genehmigung von den Regulierungsbehörden der jeweiligen Bundesstaaten. Außerdem möchte Tesla im ersten Quartal 2026 eine neue Version des humanoiden Roboters Optimus vorführen.
So sehen die Schätzungen aus
Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatzrückgang um 3 % auf 94,9 Mrd. USD, 2026 sollen die Erlöse dann wieder um 15 % auf den Rekord von 109,0 Mrd. USD steigen. Das bereinigte Ebit soll Analysten zufolge 2025 um 35 % auf 4,6 Mrd. USD einbrechen, das wäre das niedrigste Niveau seit 2020 (2,0 Mrd. USD).
Für 2026 wird dann wieder ein Sprung nach oben um 64 % auf 7,6 Mrd. USD vorhergesagt. Das läge allerdings immer noch meilenweit unter dem 2022er-Rekord von 13,7 Mrd. USD. Damit würde die Marge zuerst von 7,2 auf 4,9 % einbrechen, um sich 2026 auf 6,9 % zu erholen. Auch dieser Wert läge jedoch immer noch meilenweit unter dem 2022er-Rekordhoch von 16,8 %.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach dem Höhenflug liegt der Börsenwert bei 1,53 Billionen USD. Abzüglich des Netto-Cash-Bestands von 34,2 Mrd. USD liegt der Enterprise Value (EV) bei 1,49 Billionen USD. Das entspricht dem 197,4-Fachen des von Analysten für 2026 vorhergesagten Ebit. Die geradezu astronomische Bewertung zeigt, welch gigantisches Wachstum in der Aktie eingepreist ist.
Investoren betrachten Tesla damit offenbar schon längst nicht mehr nur als Autohersteller, sondern wetten darauf, dass der Konzern innerhalb weniger Jahre einer der führenden Hersteller auch in anderen Bereichen sein wird, allen voran bei humanoiden Robotern. Ob Tesla das jemals gelingen wird, kann derzeit allerdings niemand seriös vorhersagen. Und das 2026er-KGV liegt bei unglaublichen 207,5.
Trotz der geradezu astronomischen Bewertung sollte die Rekordfahrt der Tesla-Aktie unserer Meinung nach weitergehen. Viele Investoren wissen längst, dass der Absatz im Autobereich in vielen Ländern unter Druck ist, und dass es erheblichen Margendruck gibt. Investoren dürften aber weiterhin darauf wetten, dass Musk Tesla in den nächsten Jahren wieder zu einem rasanten Wachstumskonzern machen wird.
Investmentidee(n) auf Tesla
Mutige Anleger können mit einen Discount-Call auf steigende beziehungsweise sich stabil entwickelnde Kurse setzen. Das Papier mit der ISIN DE000VK5FNJ2 ist mit einem Cap (Höchstauszahlungsbetrag) von 450 USD leicht defensiv ausgerichtet. Bis zum Laufzeitende im März 2026 bietet das Papier eine Maximalrenditechance von 38,9 % (152,5 % p.a.), der Break-Even liegt bei 421,96 USD. Unterhalb des Basispreises von 350 USD entsteht ein Totalverlust.




