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      Netflix – Ausblick lässt Aktie einbrechen

      Mit einem Kurseinbruch von 10 % hat die Netflix-Aktie auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am Donnerstagabend, 16. Juli nach Börsenschluss in den USA reagiert. Neben enttäuschenden Ergebnissen hat die Prognose der beiden Co-Vorstandschefs Greg Peters und Ted Sarandos für Verunsicherung bei Investoren gesorgt. Nachdem die Aktie des Streaminganbieters innerhalb der letzten 12 Monate bereits um rund 45 % abgerutscht war, beschleunigte sich die Talfahrt der Aktie nach Vorlage der Halbjahreszahlen erneut.

      Frankfurt/Main, den 19.07.2026: Seit Mitte 2025 wurde die Netflix-Aktie (ISIN: US64110L1061) vor allem durch das nachlassende Wachstum bei Umsatz und Abonnenten belastet, wodurch das hoch bewertete Papier deutlich an Schwung verlor. Für erhebliche Verunsicherung bei Investoren sorgte auch die mangelnde Transparenz, nachdem das Management entschieden hatte, ab Anfang 2025 die Abonnenten-Zahlen nicht mehr regelmäßig bekannt zu geben und die Engagement-Berichte zu reduzieren.

      Sorgen um teure Live-Sport-Investitionen, ein schwächeres Content-Line-up und die Angst vor Konkurrenz durch KI und YouTube drückten zusätzlich auf den Aktienkurs. Investoren hatten hinsichtlich des Halbjahresberichts vor allem Sorge, dass sich das Wachstum gemessen an der Zahl der geschauten Stunden abschwächen würde.

      Umsatz top, Ausblick flop

      Im zweiten Quartal ist der Umsatz um 13,4 % auf 12,56 Mrd. USD gestiegen. Dafür war eine gestiegene Kundenzahl, Preiserhöhungen, sowie höhere Einnahmen aus werbeunterstützten Abos verantwortlich. Das lag allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten von 12,58 Mrd. USD und ging zudem das zweite Quartal in Folge mit einer Abschwächung des Wachstums einher, nachdem es im ersten Quartal noch 16,2 % betragen hatte.

      Dabei legte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 11,1 % auf 4,19 Mrd. USD zu, womit die Erwartungen von 4,13 Mrd. USD leicht übertroffen worden sind. Allerdings hat die Marge etwas nachgegeben von 34,1 auf 33,4 %. Der Gewinn je Aktie konnte um 11 % auf 0,80 USD zulegen, womit die Erwartungen von 0,79 USD ebenfalls knapp übertroffen wurden.

      Enttäuschend war hingegen die Entwicklung beim Cashflow. Jener aus dem operativen Geschäft lag bei 1,7 Mrd. USD, womit die Erwartungen von 2,9 Mrd. USD meilenweit verfehlt wurden. Abzüglich der Investitionen von 218,6 Mio. USD stand ein freier Cashflow von 1,5 Mrd. USD zu Buche, der ebenfalls stark unter den Schätzungen von 2,7 Mrd. USD lag.

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      Das Management gab zudem bekannt, dass das sogenannte Engagement – die Zahl der geschauten Stunden – im ersten Halbjahr um 2,0 % auf 97 Mrd. Stunden gestiegen sei. Das Management bezeichnete den Wert als gesund, obwohl deutlich wurde, dass der Zuwachs damit auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2025 (2,0 %) stagnierte.

      Ausblick eingegrenzt

      Für das dritte Quartal hat das Vorstandsteam ein Umsatzwachstum von 11,7 % auf 12,86 Mrd. USD in Aussicht gestellt. Das lag unter den Schätzungen von 13,0 Mrd. USD, während sich gleichzeitig das Wachstum das dritte Quartal in Folge abschwächen würde. Zudem peilt das Management ein Ebit von 4,27 Mrd. USD an, womit die Erwartungen von 4,36 Mrd. USD ebenfalls verfehlt wurden.

      Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde auf 51,0 bis 51,4 Mrd. USD eingegrenzt – was einem Wachstum von 13 bis 14 % entspricht – gegenüber den zuvor geplanten 50,7 bis 51,7 Mrd. USD. Die Mitte der neuen Spanne lag damit unter den Erwartungen von 51,38 Mrd. USD und schürt Wachstumssorgen. Immerhin sollen sich die Einnahmen aus dem Werbegeschäft auf rund 3 Mrd. USD verdoppeln, außerdem strebt das Management eine Ebit-Marge von 31,5 % an, was jedoch leicht unter den Erwartungen von 31,7 % liegt.

      Der Ausblick für den freien Cashflow von 12,5 Mrd. USD wurde bestätigt. Das Management kündigte außerdem an, dass der „What We Watched”-Report („Das haben wir uns angeschaut”), der bislang zwei Mal jährlich veröffentlicht wurde, jeweils zur Vorlage der Halb- und der Jahreszahlen, ab dem ersten Quartal 2027 nur noch einmal jährlich im ersten Quartal publik gemacht werden soll.

      Indem der Report und die Jahreszahlen künftig zu unterschiedlichen Zeitpunkten veröffentlicht werden, sollen sich Investoren – laut den Aussagen des Managements – auf die Ergebnisse, also Umsatz und Ebit, fokussieren. Trotz dieser Erklärung schürt die Ankündigung die Sorge, dass das Engagement der Kunden, also die Zahl der geschauten Stunden, künftig langsamer wachsen könnte als zuletzt ohnehin schon.

      Zuerst hatte Netflix aufgehört, die Abonntenzahlen regelmäßig zu veröffentlichen, was Sorgen vor einer Verlangsamung des Wachstums in dem Bereich geschürt hatte, und nun wird der „What We Watched”-Report künftig reduziert. Ab dem ersten Quartal 2027 wird dieser nur noch einmal jährlich als Jahresrückblick veröffentlicht. Die Maßnahme sorgt erneut für Verunsicherung bei Anlegern und Investoren.

      So sehen die Schätzungen aus

      Analysten prognostizieren für 2026 einen Umsatzanstieg um 13,7 % auf 51,38 Mrd. USD, 2027 soll es um 11,6 % auf 57,32 Mrd. USD nach oben gehen. Dabei soll das Ebit 2026 um 22 % auf 16,26 Mrd. UDS zulegen, gefolgt von einem Plus von 19,1 % auf 19,37 Mrd. USD für 2027. Damit würde sich die Marge jeweils deutlich verbessern, zuerst von 29,5 auf 31,7 % für 2026, um 2027 sogar 33,8 % zu erreichen.

      Allerdings dürften die Finanzprofis – nach der Eingrenzung der Prognose durch das Management – ihre Umsatz- und Ebit-Schätzungen für 2026 und 2027 jeweils etwas nach unten korrigieren.

      Wie geht’s weiter mit der Aktie?

      Nach dem Kurseinbruch nach der Zahlenvorlage liegt der Börsenwert bei 281,8 Mrd. USD. Inklusive der Nettoschulden von 5,2 Mrd. USD liegt der Enterprise Value (EV) bei 287,0 Mrd. USD. Das entspricht dem 14,8-Fachen des von Analysten für 2027 prognostizierten Ebit. Je nachdem wie sehr sie die Schätzungen nach unten korrigieren, würde das Multiple etwas steigen.

      Für ein Unternehmen, dessen Umsatzwachstum sich zusehends abschwächt, scheint diese Bewertung bereits ambitioniert. Allerdings kann sich der erwartete Margenanstieg mehr als sehen lassen. Das Forward-KGV auf Basis der aktuellen 2027er-Schätzungen liegt bei 17,5.

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      Unserer Meinung nach könnte die Talfahrt der Netflix-Aktie weitergehen, schließlich hat sich nach dem enttäuschenden Ausblick die Stimmung der Investoren weiter verschlechtert. Derzeit ist nicht absehbar, wo das Tief bei dem Papier sein könnte.

      Investmentideen auf Netflix

      Vor diesem Hintergrund wählen wir ein defensives Discount-Zertifikat mit einem großen Sicherheitspuffer als Investmentalternative um von der Kursentwicklung von Netflix zu profitieren. Das Papier mit der ISIN DE000PK7UZW2 hat einen Cap bei 55 USD und läuft bis zum 19. März 2027. Der Discount zum aktuellen Kurs beträgt rund 26 %.

      Notiert die Aktie am Bewertungstag am 19. März 2027 auf oder über dem Cap, erhalten Anleger den Höchstauszahlungsbetrag. Dies entspricht einer Rendite von 8,1 % (12,0 % p. a.) Liegt der Kurs des Basiswerts unterhalb des Caps, erfolgt die Rückzahlung entsprechend der Kursentwicklung des Basiswerts. Der Break-even liegt aktuell bei rund 50,88 USD. Verluste entstehen, wenn der Basiswert bei Fälligkeit unter dieses Niveau fällt.

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