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      Infineon – KI‑Boom verlangt höhere Investitionen

      Mit einem deutlichen Kursrückgang hat die Infineon-Aktie auf die Vorlage der Quartalszahlen am 4. Februar reagiert. Dabei können sich die Ergebnisse ebenso wie der Ausblick durchaus sehen lassen. Für Abwärtsdruck auf das Papier dürfte daher vor allem der Kurseinbruch von Advanced Micro Devices (AMD) nach der Präsentation der Zahlen am 3. Februar nach Börsenschluss in den USA gesorgt haben. Der Chiphersteller erfreut sich insgesamt guter Geschäfte. Wie geht’s weiter mit der Aktie nach der Rally der vergangenen Monate?

      Frankfurt/Main, den 12.02.2025: Im per Dezember beendeten ersten Quartal des Fiskaljahres 2025/26 ist der Umsatz von Infineon (ISIN: DE0006231004) um 7 % gegenüber dem Vorquartal auf 3,66 Mrd. EUR gesunken, allerdings lag das leicht über den Schätzungen der Analysten von 3,62 Mrd. EUR. Der Umsatz im weiterhin schwächelnden Autogeschäft war um 5 % gegenüber dem Vorquartal auf 1,8 Mrd. EUR zurückgegangen und machte damit 50 % der Konzernerlöse aus.

      Die bereinigte Bruttomarge auf Konzernebene stieg im Quartalsvergleich hingegen von 40,7 auf 43,0 %.
      Allerdings gab die Segmentergebnis-Marge, also die Marge gemessen am bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), leicht nach von 18,2 auf 17,9 %, was über den Erwartungen von 16,8 % lag. Vorstandschef Jochen Hanebeck wendete sich schnell dem Thema KI zu, dass ganz oben auf der Agenda der Analysten und Investoren steht.

      „Infineon hat einen gelungenen Start ins Geschäftsjahr 2026 hingelegt”, sagte Hanebeck. „Die sehr dynamische Nachfrage bei KI in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld gibt Infineon kräftigen Rückenwind. Aktuell steht dabei die Stromversorgung in KI-Rechenzentren im Vordergrund, in den nächsten Jahren wird der Ausbau der Netzinfrastruktur hinzukommen. Um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen, richten wir unsere Fertigungskapazitäten auf eine weiter steigende Nachfrage aus und ziehen unsere Investitionen in diesem Bereich vor. Ein großer Teil davon entfällt auf einen schnelleren Hochlauf unserer neuen Smart Power Fab in Dresden, die wir bereits im Sommer eröffnen – genau zum richtigen Zeitpunkt!”

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      Ein positives Signal gab es im ersten Quartal 2025/26 außerdem beim Auftragsbestand, der um 5 % gegenüber dem Vorquartal auf 21 Mrd. EUR kletterte. Zudem kauft Infineon ein Sensorportfolio von ams-OSRAM für 570 Mio. EUR, das 2025 bei einem Umsatz von 220 Mio. EUR einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 60 Mio. EUR erwirtschaftete. Der Deal soll im zweiten Quartal des Kalenderjahres 2026 abgeschlossen werden. Im Laufe der nächsten Jahre soll ein wichtiger Teil dieser Produktion in das Werk in Kulim (Malaysia) verlagert werden, was die Profitabilität für Infineon deutlich verbessern werde.

      Investitionsprognose angehoben

      Des Weiteren hat Hanebek für das zweite Quartal 2025/26 einen Konzernumsatz von 3,8 Mrd. EUR in Aussicht gestellt und damit die Schätzungen der Analysten genau getroffen. Der Vorstandschef bestätigte, dass der Erlös im Fiskaljahr 2025/26 „moderat” steigen soll. Außerdem wird prozentual eine bereinigte Bruttomarge im niedrigen Vierzigerbereich, sowie eine Segmentergebnis-Marge im hohen Zehnerbereich angestrebt. Die Geschäfte mit Chips für Autos und Industrieanwendungen hätten zwar das Tal des Zyklus durchschritten, allerdings müsse eine deutliche Erholung erst noch kommen.

      Insgesamt verbessere sich aber die Visibilität für Infineon, weil Kunden mehr und mehr Aufträge mit einer Lieferzeit von zwei oder drei Quartalen vergeben würden. Offenbar hätten die Kunden Sorge, dass die stark steigende Nachfrage im KI-Bereich zu Angebotsknappheiten in Bereichen außerhalb des KI-Segments führen könne. Hanebek schraubte zudem die Investitionsprognose auf 2,7 Mrd. EUR nach oben, gegenüber den zuvor geplanten 2,2 Mrd. EUR. Grund sei, den Ausbau der Fertigungskapazitäten für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren zu beschleunigen. Im ersten Quartal 2025/26 waren die Investitionen um 29 % auf 582 Mio. EUR gestiegen.

      Mit Stromversorgungen für KI-Rechenzentren will Infineon im Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatz von 1,5 Mrd. EUR erwirtschaften. Das bedeutet mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, als sich die Einnahmen aus diesen KI-Chips fast verdreifacht hatten auf mehr als 700 Millionen EUR. 2026/27 sollen diese Erlöse sogar auf 2,5 Mrd. EUR steigen. Damit würde der Anteil am Konzernumsatz laut den Schätzungen von Analysten von 10 auf 15 % zulegen. KI biete eine „nie dagewesene Wachstumschance für Infineon” so Hanebek.

      Aufgrund der kräftig erhöhten Investitionen soll der freie Cashflow 2025/26 rund 1,0 Mrd. EUR erreichen, statt der zuvor avisierten 1,1 Mrd. EUR. Auf der Analystenkonferenz äußerste sich das Management auch dazu, wie der stark gestiegene Euro die Ergebnisse belasten dürfte. Sollte das Währungspaar EUR/USD im Fiskaljahr 2025/26 auf dem aktuellen Niveau von 1,18 USD verharren, würde das den Umsatz um 200 Mio. EUR nach unten drücken und die Marge um bis zu 50 Basispunkte belasten.

      So sehen die Schätzungen aus

      Analysten prognostizieren für das im September endende Fiskaljahr 2025/26 eine Umsatzsteigerung von 6,3 % auf 15,6 Mrd. EUR. 2026/27 soll sich das Erlöswachstum verdoppeln auf 12,9 %, womit 17,6 Mrd. EUR zu Buche stehen sollen. Dabei soll das bereinigte Ebit 2025/26 um 65 % auf 2,5 Mrd. EUR nach oben schießen, gefolgt von einem Sprung um 36,7 % auf 3,4 Mrd. EUR für 2026/27. Damit würde die Marge zuerst von 10,3 auf 16,1 % steigen, um 2026/27 sogar 19,5 % zu erreichen. Selbstverständlich sind die Schätzungen mit sehr hoher Unsicherheit behaftet, schließlich kann niemand seriös vorhersagen, ob und wie lange der KI-Boom anhalten könnte.

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      Wie geht’s weiter mit der Aktie?

      Der Börsenwert von Infineon liegt aktuell bei 52,1 Mrd. EUR. Inklusive der Nettoschulden von 5,0 Mrd. EUR liegt der Enterprise Value (EV) bei 57,1 Mrd. EUR. Das entspricht dem 22,8-Fachen des von Analysten für 2025/26 vorhergesagten Ebit und zeigt, welch kräftiges Wachstum in der Aktie eingepreist ist. Auf Basis der Schätzungen für 2026/27 geht das Multiple auf das 16,7-Fache zurück, was wir vor dem Hintergrund der erwarteten deutlichen Beschleunigung des Umsatzwachstum und der kräftigen Margenverbesserung für akzeptabel halten. Das KGV für 2025/26 liegt aktuell bei 25,5 – jenes für 2026/27 bei 17,8.

      Unserer Meinung nach könnte die Infineon-Aktie kurzfristig seitwärts tendieren. Zwar waren die Nachrichten von Infineon gut, allerdings hat das Papier – wie oben geschrieben – unter den News zu AMD gelitten. Zudem gilt es weiterhin die Nachrichten zu Nvidia und OpenAI genau zu beobachten. Sollten sich die Spannungen zwischen den Partnern hochschaukeln, und damit Zweifel am KI-Hype aufkommen, könnte das unserer Meinung nach auch das Infineon-Papier belasten.

      Investmentidee(n) auf Infineon

      Vor diesem Hintergrund bietet sich ein Discount-Zertifikat auf Infineon an, das von der zu erwartenden Seitwärtstendenz profitiert. Das Papier mit der ISIN DE000MK12FN6 läuft bis Juni 2026 und bietet ein Maximalrendite bis zur Fälligkeit von 7,9 % (22,3 % p.a.), sollte der Aktienkurs mindestens auf dem Cap (Höchstauszahlungsbetrag) bei 40 EUR notieren. Fällt der Infineon-Kurs tiefer, verringert sich der Gewinn, der Break-Even liegt bei 37,05 EUR.

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