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      Alphabet – Schwache Zahlen schüren Sorge vor KI

      Nach den überraschend guten Halbjahreszahlen Ende Juli und einer kurzfristigen Kurserholung hatte die Aktie des Suchmaschinengiganten Alphabet (Google) in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben. Wesentlicher Grund war die Befürchtung der Investoren, dass künstliche Intelligenz das Suchmaschinengeschäft zunehmend unter Druck setzen könnte. Mit den Neunmonatsergebnissen des laufenden Geschäftsjahres wurden diese Sorgen nun bestätigt. Was zeigen die Zahlen, und welche Perspektiven ergeben sich daraus für die Aktie?

      Frankfurt/Main, den 03.11.2026: Die erste Reaktion nach den Zahlen fiel drastisch aus. Am Donnerstag, 29. Oktober, brach die Alphabet-Aktie (ISIN: US02079K3059) um 12,6 % ein, nachdem der Konzern am Vorabend nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen veröffentlicht hatte. Es war der größte Kursverlust seit dem Börsengang im August 2004. Rund 500 Mrd. US-Dollar Börsenwert lösten sich damit an einem einzigen Handelstag in Luft auf.

      Dabei wuchs Alphabet im dritten Quartal auf Konzernebene weiterhin kräftig: Der Umsatz stieg um 25 % auf 127,58 Mrd. US-Dollar. Die Analystenschätzung von 127,93 Mrd. US-Dollar wurde allerdings knapp verfehlt. Hinzu kam, dass sich hinter dem starken Gesamtwachstum eine zunehmend ungleiche Entwicklung der Geschäftsbereiche verbarg.

      Cloud boomt, das Kerngeschäft enttäuscht

      Besonders dynamisch entwickelte sich Google Cloud. Die Einnahmen haben sich auf 30,7 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppelt und übertrafen die Erwartungen von 29,1 Mrd. US-Dollar deutlich. Zugleich konnte die Sparte ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 11,1 Mrd. US-Dollar mehr als verdreifachen.

      Im wichtigsten Geschäftsfeld fiel das Wachstum dagegen deutlich schwächer aus. Die Einnahmen im Suchmaschinen- und Werbegeschäft von Google legten lediglich um 12 % auf 63,35 Mrd. US-Dollar zu. Damit blieben sie klar hinter den erwarteten 64,85 Mrd. US-Dollar zurück. Zudem war es das schwächste Wachstum seit fünf Quartalen.

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      Die Zahlen verstärkten die Befürchtung, dass KI das Kerngeschäft zunehmend belastet. Zwar nutzen immer mehr Menschen die KI-Agenten von Google für ihre Suche. Dem Unternehmen gelingt es bislang jedoch nicht, diese Nutzung schnell genug in zusätzliche Einnahmen umzusetzen. Gleichzeitig wächst die Sorge, gegenüber den Angeboten von OpenAI und Anthropic ins Hintertreffen zu geraten. Auch YouTube lieferte wenig Entlastung: Die Werbeeinnahmen stiegen lediglich um 9,2 % auf 11,2 Mrd. US-Dollar. Erwartet wurde ein Wachstum von 11 bis 13 %.

      Insgesamt erhöhte Alphabet das EBIT zwar um 30 % auf 40,58 Mrd. US-Dollar. Die Erwartungen von 43,16 Mrd. US-Dollar wurden damit jedoch ebenfalls verfehlt. Das starke Cloud-Geschäft konnte die verfehlten Erwartungen in den übrigen Bereichen somit nicht ausgleichen.

      Zweites Quartal in Folge mit negativem freien Cashflow

      Zusätzlichen Anlass zur Sorge gab die Entwicklung des Cashflows. Der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft brach auf 42,3 Mrd. US-Dollar ein. Gleichzeitig haben sich die Investitionen auf 51,4 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppelt. Daraus ergab sich ein negativer freien Cashflow von 9,1 Mrd. US-Dollar – obwohl die Investitionen deutlich unter den erwarteten 55,8 Mrd. US-Dollar lagen.

      Alphabet verzeichnete damit bereits das zweite Quartal in Folge einen Mittelabfluss nach Investitionen. Eine solche Entwicklung hatte es seit dem Börsengang noch nicht gegeben. Sie verdeutlicht, wie stark der Ausbau der Infrastruktur inzwischen die finanziellen Mittel des Konzerns beansprucht.

      Zur Finanzierung nahm Alphabet sowohl Eigen- als auch Fremdkapital auf. Über Kapitalerhöhungen flossen dem Unternehmen 12,4 Mrd. US-Dollar zu. Das bestehende Programm erlaubt noch die Ausgabe weiterer Aktien im Volumen von 27,6 Mrd. US-Dollar, was die Anteile der bisherigen Aktionäre zusätzlich verwässern würde. Darüber hinaus nahm Alphabet durch die Ausgabe von Anleihen 28,7 Mrd. US-Dollar ein.

      Verpflichtungen von mehr als einer Billion US-Dollar

      Trotz des negativen freien Cashflows hält der Konzern an seinen Investitionsplänen fest. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Alphabet die Prognose von 195 bis 205 Mrd. US-Dollar. Aus Sicht der Anleger ergibt sich damit eine belastende Kombination: Das Kerngeschäft bleibt hinter den Erwartungen zurück, der freie Cashflow ist negativ, und die Investitionen bleiben hoch.

      Hinzu kommen erhebliche langfristige Zahlungsverpflichtungen. Die mehrjährigen Abnahmeverpflichtungen, etwa für Infrastruktur und Energie, summieren sich auf 924,4 Mrd. US-Dollar. Weitere 130,5 Mrd. US-Dollar entfallen auf noch nicht begonnene Leasingverträge, vor allem für Rechenzentren und Energieinfrastruktur. Außerdem bestehen Verpflichtungen über 21,9 Mrd. US-Dollar für künftige Aktieninvestitionen. Insgesamt belaufen sich diese Zusagen damit auf mehr als eine Billion US-Dollar.

      Analysten erwarten weiter kräftiges Wachstum

      Die Schätzungen für die kommenden Jahre bleiben dennoch ambitioniert. Für 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatzplus von 23,9 % auf 499,26 Mrd. US-Dollar. Im Jahr 2027 sollen die Erlöse um weitere 27,0 % auf 634,12 Mrd. US-Dollar steigen.

      Noch stärker soll der operative Gewinn wachsen: Beim EBIT wird für 2026 ein Anstieg um 30,7 % auf 168,59 Mrd. US-Dollar erwartet. Für 2027 prognostizieren Analysten ein Plus von 29,1 % auf 217,70 Mrd. US-Dollar. Die EBIT-Marge würde sich damit von zuvor 32,0 % auf 33,8 % im Jahr 2026 und anschließend auf 34,3 % verbessern.

      Wie geht es mit der Aktie weiter?

      Nach dem Kurseinbruch liegt Alphabets Börsenwert bei 3,48 Billionen US-Dollar. Zieht man den Netto-Cash-Bestand von 140,0 Mrd. US-Dollar ab, ergibt sich ein Unternehmenswert, der sogenannte Enterprise Value (EV), von 3,34 Billionen US-Dollar. Das entspricht dem 15,3-Fachen des für 2027 erwarteten EBIT. Das Forward-KGV für 2027 auf Basis einer Konsensschätzung von 15,00 US-Dollar für das Nettoergebnis je Aktie (Non-GAAP) liegt derzeit bei ca. 18,7.

      Angesichts des prognostizierten Wachstums und der erwarteten Margenverbesserung wirkt diese Bewertung auf den ersten Blick nicht überzogen. Entscheidend ist jedoch, ob Alphabet die hohen Erwartungen erfüllen und zugleich wieder einen positiven freien Cashflow erwirtschaften kann. Bleiben die Investitionen dauerhaft höher als die operativen Mittelzuflüsse, dürfte das die Aktie weiter belasten.

      Unserer Einschätzung nach bleibt das Erholungspotenzial der Aktie vorerst begrenzt, solange unklar ist, wie sich das schwächere Wachstum im Kerngeschäft und die hohen Investitionen auf die künftigen Mittelzuflüsse auswirken.

      Für den weiteren Kursverlauf dürfte zudem die Zinsentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Sollten Kapitalgeber die hohen Investitionsausgaben der Hyperscaler kritischer beurteilen und höhere Zinsen verlangen, könnten die steigenden Finanzierungskosten weiterhin eine Belastung bleiben.

      Investmentidee(n) auf Alphabet

      Vor diesem Hintergrund dürfte das weitere Kurspotenzial der Aktie zunächst begrenzt sein. Eine anhaltende Seitwärts- oder Konsolidierungsphase erscheint daher nicht ausgeschlossen. Anleger können ein solches Marktumfeld mit einem Discount-Zertifikat nutzen. Das leicht defensiv ausgerichtete Produkt mit der ISIN DE000MM836W2 verfügt über einen Cap (Höchstauszahlungsbetrag) von 260 US-Dollar und bietet aktuell einen Abschlag von rund 6,5 % auf den Aktienkurs.

      Notiert die Aktie am Bewertungstag, dem 17. Juni 2027, auf oder oberhalb des Caps, erhalten Anleger den maximalen Auszahlungsbetrag. Daraus ergibt sich eine maximale Rendite von 10,37 % beziehungsweise 16,83 % pro Jahr. Liegt der Aktienkurs zum Laufzeitende unterhalb des Caps, erfolgt die Rückzahlung entsprechend der Entwicklung des Basiswerts. Die Gewinnschwelle liegt derzeit bei rund 235,67 US-Dollar. Erst bei Kursen unterhalb dieses Niveaus entstehen Verluste.

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