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      Alibaba (Analyse) – Zurück auf dem Wachstumspfad

      Alibaba Aktienanalyse 4.8.2026Regulatorische Maßnahmen und verstärkter Wettbewerb im Kernsegment haben den Aktienkurs von Alibaba in den letzten Jahren stark belastet. Nun setzen Anleger wieder auf eine Erholung, nachdem sich in der e-Commerce-Sparte eine Stabilisierung andeutet und das Cloud-Intelligence-Segment starke Wachstumsimpulse zeigt. Analysten haben ihre Kursziele bereits deutlich nach oben revidiert und rechnen für die kommenden Jahre wieder mit steigenden Wachstumsraten bei den Ertragskennzahlen. Wie viel Aufwärtspotenzial hat die Aktie?

      Frankfurt/Main, den 05.08.2026: Der Kursverlauf der Aktie von Alibaba (ISIN: US01609W1027) der letzten Jahre glich einer Achterbahnfahrt. Nach ihrem Allzeithoch bei rund 320 USD im Oktober 2020 ging es mit der Aktie rasant bergab. Innerhalb von zwei Jahren verloren die an der New Yorker Börse gehandelten ADS – eine ADS verbrieft das Recht auf 8 chinesische Stammaktien – rund 81 % ihres Wertes, als Folge von regulatorischen Maßnahmen der chinesischen Regierung im Zusammenhang mit dem Wettbewerbsrecht.

      Die Zurückhaltung der Anleger war nicht unbegründet, wirkten sich die Regularien doch direkt auf die Ertragskennzahlen aus. Den Online-Handelsplattformen von AliBaba – Taobao und Tmall – wurde die erzwungene Händler-Exklusivität untersagt, wonach Letztere bis dahin nicht gleichzeitig bei Konkurrenz-Plattformen aktiv sein durften. Von da ab stieg der Konkurrenzdruck, Umsatz- und Gewinnwachstum brachen zwischen 2021 und 2023 deutlich ein.

      Als Folge davon gerieten die Nettomargen – die lange Zeit zwischen 20 und 30 % lagen – aufgrund zunehmender Preiskämpfe immer stärker unter Druck. Auch das Umsatzwachstum war im Geschäftsjahr 2023 erstmals rückläufig, nachdem AliBaba Jahre lang mit astronomischen Wachstumsraten von teils 40 bis 70 % Investoren anlockte.

      Kurzer Höhenflug und erneuter Fall

      Ab 2024 gab es dann erste Anzeichen einer Stabilisierung und der Konzern wuchs wieder mit moderaten Wachstumsraten im einstelligen Bereich. Auch das bereinigte Nettoergebnis zog in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 wieder an. Im Geschäftsjahr 2026, dass am 31. März 2026 endete, zogen dann jedoch erneut Wolken auf. Nachdem im Laufe des Jahres klar wurde, dass es durch diverse Faktoren zu massiven Belastungen beim Nettoergebnis kommen würde, brach die Aktie Anfang 2026 erneut um rund 50 % ein.

      Das Ergebnis im Kernsegment E-Commerce wurde erneut belastet durch massiven Preisdruck und Rabattaktionen, sowie stark gestiegene Marketing- und Vertriebskosten für Blitz-Lieferungen. Im KI- & Cloud-Segment kam es zu gestiegenen operative Kosten, z.B. für den Betrieb von Rechenzentren und höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Das bereinigte Nettoergebnis für 2026 lag bei 3,89 USD, anstelle der zunächst erwarteten 9,50 USD, immerhin begleitet von einem Umsatzwachstum von 8 %.

      Hinzu kam, dass 2026 mehrere prominente Köpfe aus dem Kern-KI-Team – darunter Lin Junyang, der Kopf hinter Alibabas erfolgreichem KI-Vorzeigemodell Qwen –  Alibaba den Rücken kehrten. Bei Investoren kamen massive Zweifel auf, ob der Konzern im technologischen Wettlauf weiterhin Schritt halten kann. Auch politisch kam im Frühjahr 2026 erneut Druck auf. Die US-Regierung setzte ihre Drohungen um und verhängte einen 34-prozentigen Strafzoll auf chinesische Waren. China schlug mit Gegenzöllen zurück.

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      Als wäre das nicht genug, setzte das US-Verteidigungsministerium Alibaba im Februar dann auch noch fälschlicherweise auf eine schwarze Liste von Unternehmen, die angeblich mit dem chinesischen Militär kooperieren. Obwohl die Liste am selben Tag korrigiert und Alibaba wieder gestrichen wurde, gerieten institutionelle Anleger in Panik. Das Event bewies den Investoren, dass harte US-Sanktionen jederzeit wie ein Damoklesschwert über dem Konzern schweben.

      Zusätzlich belastet wurde die Aktie von der makroökonomischen Krise in China und einer aufkommenden Kapitalflucht. Der chinesische Gesamtmarkt geriet in den ersten Monaten 2026 massiv unter Druck und der Leitindex in Hongkong geriet in einen Bärenmarkt. Angesichts einer anhaltenden Konsumschwäche in China und geopolitischer Spannungen zogen internationale Großanleger ihr Geld komplett aus China-Assets ab. Die Rallye von 2025 wurde damit vollständig ausradiert.

      Stabilisierung im e-Commerce

      Hoffnung machen Anlegern nun der Quartalsbericht für das abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 30. Juni endete und der Ausblick für das Gesamtjahr. Bei Investoren galt zuletzt insbesondere eine Stabilisierung im e-Commerce als Voraussetzung für eine Erholung der Aktie, da es mit rund 59 % Umsatzanteil – davon e-Commerce China ca. 45 % und globaler Handel ca. 14 % – den Löwenanteil ausmacht. Folgt man dem Zahlenwerk, dann scheinen sich der harte Preiskampf und technologische Innovationen im Kernsegment allmählich auszuzahlen.

      Die Verluste im margenschwachen Bereich der Schnell-Lieferdienste (wie Freshippo und Ele.me) haben sich deutlich verringert, was den Druck auf die Gesamtmarge nimmt. Die starke Integration dieser Dienste in die Haupt-App erhöht die Bestellfrequenz und die Zahl aktiver Nutzer. Ein neues Werbe- und Subventionsmodell koppelt zudem Plattform-Vergünstigungen direkt an die Werbeausgaben der Händler. Das heißt Händler erhalten Gebühren-Rabatte, wenn sie mehr Werbung schalten. Durch KI-Tools unterstützte Werbekampagnen und Analysetools sorgen zudem für niedrigere Kosten für Händler und höhere Absatzzahlen.

      Die Verluste bei den Gebühren wurden durch die deutlich höheren Werbeeinnahmen (+8 % auf vergleichbarer Basis gegenüber dem Vorjahresquartal) mehr als ausgeglichen. Der Anteil am Händlerumsatz, der Alibaba zukommt, als Summe aus Werbeeinnahmen und Verkaufprovisionen (die sogenannte Take Rate), hat sich dadurch verbessert. Analysten sehen Alibaba‘s integriertes digitales Handelsökosystem als potentiellen Wachstumsmotor für das Geschäftsjahr 2027, sollte es Alibaba weiterhin gelingen, das gestiegene Verbraucherengagement in höhere Ausgaben der Händler umzusetzen und gleichzeitig die Rentabilität der Schnell-Lieferdienste zu verbessern.

      Starkes Wachstum in der Cloud

      Mit derzeit ca. 12 % Umsatzanteil gilt das KI- & Cloud-Geschäft von Alibaba als der große Hoffnungsträger für künftiges Wachstum. Als Full-Stack AI Provider bietet Alibaba eine vollständige Infrastruktur mit physischer und virtueller Server-Rechenleistung, Cloud-Speicher, Datenbanken und Netzwerkinfrastruktur. Daneben steht Anwendern mit dem Alibaba Cloud Model Studio eine moderne Entwickler- und Datenplattform zur Verarbeitung großer Datenmengen, sowie eine KI-Entwicklungsplattform für das Trainieren und Verwalten eigener Algorithmen zur Verfügung.

      Aushängeschild sind die konzerneigenen Large Language Modelle der Qwen-Familie (Text, Vision, Code, Audio) sowie Schnittstellen für Drittanbieter-Modelle. Das KI- & Cloud-Segment wuchs in den letzten beiden Quartalen gegenüber dem Vorjahr jeweils um ca. 40 %. Geht es nach dem Management, dann soll der Bereich auf Sicht von 5 Jahren 100 Mrd. USD zum Jahresumsatz beisteuern. Zum Vergleich: Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2026 betrug 148 Mrd. USD.

      Regulatorische Chancen & Risiken

      Standortbedingt unterliegt Alibaba grundsätzlich einem hohen regulatorischen Risiko. So hatte die chinesische Regierung zuletzt beispielsweise angeordnet, öffentliche Einrichtungen dürfen grundsätzlich nur noch auf KI- und Cloud-Infrastrukturlösungen von staatlichen Anbietern zurückgreifen. Ein anderes Vorhaben besteht darin, den Export von chinesischer KI- & Cloudtechnologie zu unterbinden, was die internationale Expansion von Alibaba im KI- & Cloudbereich erschweren oder gar unmöglich machen könnte.

      Andererseits profitiert Alibaba derzeit von einer massiven Förderung des Ausbaus von KI- & Cloud-Infrastruktur durch den chinesischen Staat. Als „Advanced Technology Enterprise” profitiert Alibaba beispielsweise von einem reduzierten Unternehmenssteuersatz von 15 % (anstelle von 25 %) und erhält obendrein jedes Jahr direkte finanzielle Zuwendungen (sogenannte Government Grants) in dreistelliger Millionenhöhe, zur Förderung von Forschungsprojekten im Bereich Halbleiter-Design oder Quantencomputing.

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      China hat außerdem ein gigantisches, staatlich gelenktes Infrastrukturprogramm im Wert von knapp 300 Mrd. USD aufgelegt, um landesweit ein Netzwerk aus KI-Rechenzentren aufzubauen. Als Marktführer im Bereich Cloud-Computing innerhalb Chinas profitiert Alibaba direkt von diesen Ausschreibungen. Zudem stellt die Regierung Entwicklern und Instituten oft staatliche Rechengutscheine, die genutzt werden, um Rechenleistung bei Alibaba Cloud einzukaufen.

      Auch über Konsum-Subventionen im Rahmen von staatlichen Inzahlungnahme- und Austauschprogrammen (z. B. für Haushaltsgeräte oder smarte Elektronik) fließen Milliarden an Subventionen an die Endverbraucher, was wiederum erhebliche Auswirkungen auf Alibabas Handelsumsätze hat.

      Ein weiteres Thema ist die zunehmenden Sorge vor Handelsbeschränkungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Handelskrieg mit den USA und den für Rechenzentren und KI-Kapazitäten notwenigen Chips. Alibaba ist bereits dazu übergegangen Chips für bestimmte Teilbereiche selbst zu produzieren, um dieses Risiko zu umgehen, was sich letztlich auch positiv auf die Margen auswirkt.

      Positive Stimmung überwiegt

      Nach mehreren schwachen Jahren mit harten regulatorischen Rückschlägen scheint das aktuelle regulatorische Umfeld für Alibaba also deutlich günstiger zu sein, insbesondere weil dem chinesischen Staat viel daran liegt, die technologische Vormachtstellung Chinas und seiner Unternehmen aufrecht zu erhalten.

      Aufgrund der hohen Cashflows und massiver Cashbestände ist Alibaba zudem auch weiterhin in der Lage Kapital an die Anleger zurückzugeben. Aktuell besteht ein offenes Volumen für Aktienrückkäufe von ca. 19 Mrd. USD. Nachdem die Aktienrückkäufe zwischen September 2025 und Juni 2026 pausiert wurden, hat das Management die Rückkaufaktivitäten seit Juni 2026 wieder aufgenommen. Das könnte den Kurs stützen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass beide Aktiengattungen – also die ADS und die in China notierten Stammaktien – dafür in Frage kommen.

      Zudem wird für das abgelaufene Geschäftsjahr erneut mit einer Dividendenausschüttung von 1,05 USD gerechnet, was aktuell einer Dividendenrendite von 0,95 % entspricht. Die Stimmung für die Aktie bei Analysten ist positiv. Alle der 14 von TipRanks gelisteten Analysten empfehlen die Aktie aktuell zum Kauf, mit Kurszielen zwischen 172 und 220 USD.

      Bewertung auf Basis des Gewinns

      Ein Blick auf den Verlauf des KGV der letzten Jahre zeigt, dass die Talsohle bei der Bewertung bereits durchschritten zu sein scheint. Nachdem die Aktie in den Geschäftsjahren 2022/23 bis 2024/25 am Jahrestief regelmäßig bei einem KGV vom 7,5-fachen des bereinigten Nettogewinns je Aktie notierte, war im Geschäftsjahr 2025/26 wieder eine deutliche Zunahme des KGV zu sehen. Wenn man ein Nettoergebnis je Aktie von 9,50 USD je Aktie zugrunde legt, von dem Marktteilnehmer bis Mitte letzten Jahres ausgegangen waren, lag das KGV am Jahrestief bei 10 und am Jahreshoch bei 20.

      Obwohl das bereinigte Nettoergebnis je Aktie am Ende des Jahres nur noch 3,89 USD betrug und auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr von 6 USD je Aktie noch immer deutlich unter dem Nettoergebnis je Aktie von 2024/25 (9 USD) liegt, betrug das KGV am bisherigen Jahrestief 2026/27 von 92 USD immer noch 15,3. Das spricht dafür, dass der Markt von einer temporären Ergebnisschwäche ausgeht, da das niedrigere Ergebnis nicht eingepreist wurde. Ausgehend von einem „normalisierten” Nettoergebnis von 9 bis 10 USD, hätte das KGV am bisherigen Jahrestief zwischen 9 und 10 gelegen, und damit sogar leicht über dem Durchschnitt der letzten Jahre.

      Für die kommenden Jahre geht man von einer Stabilisierung beim Nettoergebnis je Aktie aus. Für das Geschäftsjahr 2028/29 liegt die Schätzung bei ca. 10,94 USD je Aktie. Geht man davon aus, dass KGVs von 20 auch künftig möglich sind, dann entspräche das einem Kursziel von rund 219 USD.

      Bewertung auf Basis des Gewinns

      Gewinn je Aktie (Est. 2029) 10,94 USD
      Kalkulierte KGV´s (Min/Max) 10 / 20
      Boden 109,00USD
      Kursziel 219,00 USD
      Aktueller Preis (05.08.2026) 129,00 USD
      Bewertung Stark unterbewertet
      Status Kaufen

      Charttechnik

      Die Aktie hat gestern gerade den seit September 2025 bestehenden Abwärtstrend durchbrochen, nachdem der RSI auf Basis von 14 Wochen diesen bereits Mitte Juni verlassen hatte, nachdem er zuvor kurzzeitig im überverkauften Bereich notierte, zeitglich mit einem Test der wichtigen 200-Wochen-Linie (grau). Setzt sich die positive Tendenz fort, dann liegt der nächste markante Widerstand im Bereich von 148 USD. Knapp darunter liegt aktuell die 50-Wochen-Linie.

      Auffällig ist, dass das Handelsvolumen einhergehend mit dem bis Mitte Juni erfolgten Abverkauf der Aktie deutlich schwächer war, als es noch bis Mitte 2025 war. Der Abverkauf hat mit relativ geringem Volumen stattgefunden und die sogenannte Umschlagshäufigkeit (Anzahl der ausstehenden Aktien / durchschnittliches Handelsvolumen der letzten 90 Tage) liegt aktuell bereits bei einem Wert von rund 200 Tagen, was gemessen an der Historie der letzten 15 Jahre bereits ein sehr geringer Umschlag ist. Auf Sicht der kommenden Monate rechnen wir daher mit anziehendem Volumen, was der Aktie weiteren Schwung verleihen könnte.Alibaba (ADR) Wochenchart 4.8.2026

      Fazit

      Der einstige Gegenwind im regulatorischen Umfeld hat sich deutlich gedreht und bietet Alibaba aktuell Rückenwind. Damit besteht die Chance auf neues Wachstum und darauf zu einem der bedeutendsten KI- & Cloud-Player im asiatischen Raum zu werden. Auch die Stimmung für die Aktie hat sich zuletzt deutlich aufgehellt und auf Basis der charttechnischen Ausgangssituation sehen wir für das laufende Jahr noch mindestens Kurspotenzial bis 148 USD (+14,7 %). Auf Basis der Ertragserwartungen für die kommenden Jahre und einem prognostizierten Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) für das Geschäftsjahr 2028/29 sehen wir die Aktie als stark unterbewertet mit einem mittelfristigen Kursziel von 219 USD (+70 %). Wir kaufen die Aktie.

      Investmentidee(n) auf Alibaba

      Risikobereite Investoren können von dieser Erwartung mit einem offensiven Discount-Call-Optionsschein profitieren. Das ausgewählte Papier mit der ISIN DE000GW9AKA5 verfügt über einen Cap (Höchstauszahlungsbetrag) bei 130 USD, leicht oberhalb (0,78 %) des aktuellen Alibaba-Kurses. Notiert der Basiswert am Bewertungstag am 18. Dezember 2026 auf oder über dem Cap, erzielen Anleger eine Rendite von 59,12 % ( 158,67 % p. a.). Liegt der Aktienkurs unterhalb des Caps, reduziert sich die Auszahlung entsprechend. Der Break-even liegt bei 118,80 USD. Unterhalb des Basispreises von 100 USD bei Fälligkeit entsteht ein Totalverlust.

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